Solarium - Sonne für den Winter

Nicht umsonst neigen immer mehr Menschen in Nordeuropa im Winter zu Depressionen und Lustlosigkeit. Ein großer Teil der deutschen Bevölkerung erfreuen sich deshalb, gerade in sonnenarmen Monaten, am Besuch eines Solariums.
Die meisten Besucher nutzen Solarien jedoch aus kosmetischen Gründen, um immer schön braun zu sein, wie nach einem Spanien-Urlaub. Doch wie schädlich sind künstliche ultraviolette Strahlen, die sich Solariumbesucher beim Sonnenbad aus der Steckdose aussetzen, wirklich? Genau wie die natürliche Sonne, können auch die UV-Strahlen der Bräunungsgeräte die Hautzellen auf Dauer schädigen und Hautkrebs auslösen. Nicht umsonst warnen Gesundheitsorganisationen wie die WHO vor Solarienbesuchen zu kosmetischen Zwecken. Besonders Kinder und Jugendliche sind aufgrund ihrer empfindlichen Haut gefährdet und sollten Solarienbesuche konsequent meiden. Auch Menschen mit einem sehr hellen Hauttyp, empfindlicher Haut oder Sommersprossen sollten sich nicht dem künstlichen UV-Licht aussetzen.
In Solarien werden zahlreiche verschiedene Sonnenbänke angepriesen, die unterschiedliche Bräunungsergebnisse erzielen. Die UV-Röhren sind unterschiedlich stark und verfügen über UV-A- und UV-B-Anteile. Die UV-A-Anteile bewirken eine schnell auftretende und intensive Bräune, die jedoch schnell wieder verblasst. Wer sich kurzfristig bräunen möchte, zum Beispiel für einen festlichen Anlass, hat auf einer Sonnenbank mit hohem UV-A-Anteil die Möglichkeit, eine schnelle Bräunung zu erzielen.
Die UV-B-Strahlen sind für längerfristige Bräungsergebnisse verantwortlich, die jedoch erst ein bis zwei Tage nach dem Solariumbesuch sichtbar werden. UV-B-Strahlen sind kurzwellige Strahlen, die energiereicher sind, als UV-A-Strahlen. Allerdings brennen sie tief in die Oberhaut ein und sind somit verantwortlich für Sonnenbrände, Hautschäden sowie Hautkrebs. Die in Sonnenbänken verwendeten UV-Strahlen setzen sich in einem anderen Verhältnis zusammen, als die Strahlen der natürlichen Sonne. Was jedoch nicht bedeutet, dass die künstliche Sonne gesünder ist. Lange Zeit war allein die kurzwellige UV-B-Strahlung als Auslöser von Hautkrebs bekannt. Aus diesem Grund wurde sie auch bis auf einen geringen Anteil durch Filter aus den Röhren heraus gefiltert. Deshalb musste allerdings der Anteil der verbleibenden, langwelligen UV-A-Strahlung erhöht werden, um überhaupt eine Bräunung zu erzeugen. Der hohe Anteil der UV-A-Strahlen ist der Grund dafür, dass die Bräune der Sonnenbank häufig karottenfarben und unecht wirkt. Mittlerweile ist bekannt, dass auch die früher als ungefährlich propagierte UV-A-Strahlung, einen wesentlichen Anteil an der Entstehung von Hautkrebs hat. Neuerdings betreiben einige Solarienbetreiber Bänke mit sonnenlichtähnlichem „natürlichen“ UV-Licht, diese Geräte sind jedoch nicht weniger gefährlich als die herkömmlichen Geräte. Die neuesten Messungen ergaben, dass fast alle überprüften Geräten eine viel zu hohe Strahlenstärke aufwiesen. Diese Geräte werden häufig mit dem Begriff „Bio“ tituliert, lassen Sie sich hiervon nicht täuschen! Die Folgen übermäßiger Solarienbesuche sind Sonnenbrände, eine vorzeitige Hautalterung und im schlimmsten Fall Hautkrebs. Wer sich trotzdem ein wenig von dem künstlichen Licht verwöhnen lassen möchte, sollte im Vorfeld einiges beachten. Bevor Sie sich für ein Sonnenstudio entscheiden, sollten Sie dies eingehend unter die Lupe nehmen. Entscheiden Sie sich auf keinen Fall für einen Münzautomaten. Diese Variante ist zwar oftmals günstiger, aber nach geschultem Personal werden Sie vergebens suchen.
Von gutem Personal wird erwartet, dass Sie vor dem ersten Besuch eingehend beraten werden. Wenn ein Angestellter einen blassen, sonnenhungrigen Gast unter die stärkste Bank schickt, sollte dieser das Sonnenstudio besser gleich wieder verlassen. Das Personal sollte in der Lage sein, den Hauttypen eines Kunden bestimmen zu können. Zudem sollten Fragen nach früheren Sonnenbränden, Hautkrankheiten oder eventueller Medikamenteneinnahme selbstverständlich sein. Sie müssen darauf hinweisen, dass man nur ungeschminkt und ohne Sonnencreme auf die Sonnenbank gehen sollte. Auch die genaue Bestrahlungszeit sollten Sie sich vom Personal berechnen lassen.
Da die Augen durch die UV-Strahlen geschädigt werden, sollten Fachkräfte dem Kunden immer ungefragt eine Schutzbrille geben. Natürlich sollte auch auf die Hygiene des Studios geachtet werden. Werden die Bänke nach jedem Gast gründlich desinfiziert?
Pro und Kontra
Grundsätzlich ist zu sagen, dass gegen mäßige UV-Bestrahlung im Solarium nichts einzuwenden ist. Als Faustregel gelten bis zu fünfzig Sonnenbäder pro Jahr.
Allerdings ist hier zu beachten, dass Jugendliche und Menschen mit einem sehr hellen Hauttyp besser ganz auf Solarienbesuche verzichten sollten. Wer Sommersprossen oder zahlreiche Muttermale hat, sollte ebenfalls eine intensive Sonneneinstrahlung meiden. Solarienbesuche im Winter haben durchaus ihre Vorteile. Wenn Sie unter der mangelnden Sonne und der ständigen Dunkelheit leiden, kann eine Sonnenbank durchaus wohltuend wirken.
Bei richtiger Anwendung brauchen Sie sich um Ihre Vitamin D-Produktion keine Gedanken mehr zu machen.
Von Geräten des Typs 4 sollten Sie jedoch Abstand nehmen, da der Anteil an UV-Strahlen dieser Geräte einfach zu hoch ist. Wählen Sie lieber ein Gerät mit möglichst niedriger Strahlenbelastung und lassen Sie sich im Studio mit geschultem Fachpersonal beraten. So brauchen Sie nicht zu befürchten, dass Sie ganzjährig braun sind wie ein Brathähnchen!












