Schönheitsoperationen - Risiken und Möglichkeiten

Bei dem Gedanken an den herannahenden Sommer kommt vielen Frauen ein Wort in den Sinn, das ihnen die Laune schnell verderben kann, die „Bikinifigur“. Während im Winter die überflüssigen Fettpolster mit weiten Kleidern kaschiert werden können, stellen die Bademoden, jedes Gramm zu viel auf den Rippen, gnadenlos zur Schau. Da stellt sich manch eine Dame schon die Frage, ob sie sich nicht schnell vor dem Sommer das Fett absaugen lassen sollte. Zu den häufigsten Schönheitsoperationen zählen bei den Frauen das Fettabsaugen, Brustvergrößerungen, Brustverkleinerungen, Bruststraffungen, Faltenunterspritzungen und Facelifting.
Mittlerweile gibt es allerdings auch zahlreiche Männer, die mit ihrem Äußeren unzufrieden sind. Fettabsaugen, Nasenoperationen, Facelifting, Bauchstraffungen und Haartransplantationen stehen bei den Herren der Schöpfung an der Tagesordnung.
Die Welle des Schönheitswahns hat sich längst seinen Weg von Amerika nach Deutschland gebahnt. Früher waren es die Stars und Sternchen, denen die Schönheitsoperationen vorbehalten waren, heute investieren auch Normalverdiener in ihre Schönheit. Die Motivation, sich operativ zu verändern, ist bei den meisten Personen ähnlich. Sie leiden unter einem mangelnden Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl und erhoffen sich eine Besserung, wenn sie ihr Idealbild erreicht haben. Wenn Sie eine Schönheitsoperation in Erwägung ziehen, sollten Sie sich im Vorfeld eingehend über die Behandlungsmethoden informieren. Auch die Klinik, die den Eingriff durchführen soll, sollten Sie vorher gründlich unter die Lupe nehmen.
„Schwarze Schafe“, die über wenig Erfahrung auf diesem Gebiet verfügen, gibt es auch bei den Operateuren wie Sand am Meer. Erkunden Sie sich nach einer renomierten Klinik, die auf Schönheitsoperationen spezialisiert ist.
Von einer „Billig-OP“ in Osteuropa sollte möglichst Abstand genommen werden. Häufig kommt es nach der Operation zu Komplikationen, die zu Narbenbildungen führen. In zahlreichen Fällen waren die Patienten hinterher mit dem Ergebnis des Eingriffs nicht zufrieden. Laut einer Statistik landen 40% aller Patienten, die sich im Ausland operieren ließen, hinterher in einer deutschen Klinik auf dem Operationstisch, um eine Korrektur des vorherigen Resultates durchführen zu lassen.
Besonders wichtig ist eine eingehende Beratung vor der Operation, wobei der Arzt sich nach den Wünschen des Patienten und deren Motivation genau erkundigen sollte. Einen guten Chirurgen erkennt man schon daran, dass er auch psychologische Erfahrung hat. Wünscht sich eine Patientin die Lippen von Angelina Jolie oder ein Mann das Gesicht von Brad Pitt, sollte der Operateur ethische Bedenken äußern. Hier käme wohl eher eine psychologische Betreuung in Betracht.
Facelifiting
Durch UV-Strahlen, Rauchen, Stress und unsere Gesichtsmimik beschleunigt sich der Alterungsprozess der Haut, die natürliche Straffheit geht verloren. Noch vor einigen Jahren ließen sich Frauen jenseits des 60. Lebensjahres operieren, heute ist das Durchschnittsalter bei etwa 45 Jahren. Stirnfalten, Krähenfüße, Doppelkinn und Hängewangen können bei einem Facelifting korrigiert werden. Durch die modernen Techniken brauchen die Patienten nicht zu befürchten, dass sie anschließend ein maskenhaftes Aussehen haben. Noch vor wenigen Jahren waren zahlreiche prominente Damen in den Medien zu sehen, die zwar ein faltenfreies, jugendliches Gesicht hatten, ihr Hals erinnerte jedoch mehr an einen Truthahn. Heute wird bei einem Facelifting die Haut nicht mehr hinter den Ohren straff gezogen, sondern das Gesicht vom Hals her nach oben gezogen. So sieht auch der Hals straff und jugendlich aus.
Dank der modernen Technik können Falten auch einfach unterspritzt werden. Hier kommt eine Behandlung mit Eigenfett, Hyaluronsäure, Polymilchsäure oder auch eine Botox-Injektion in Frage. Welche der zahlreichen Methoden für den Patienten in Frage kommen, sollte im Vorgespräch mit dem Arzt geklärt werden.
Fettabsaugen
Fettabsaugen gehört neben dem Facelifting zu den häufigsten plastisch-ästhetischen Behandlungen. Diese Operation sollte jedoch nur dann erfolgen, wenn eine entsprechende Diät und sportliche Betätigung keinen Erfolg hatten. Das Fettabsaugen garantiert nicht das Verschwinden von Orangenhaut. Pro Sitzung können höchstens fünf Liter Fett abgesaugt werden, sonst würde der Organismus zu stark belastet werden. Wenn das für den Patienten nicht ausreicht, müssen mehrere Operationen angesetzt werden.
Vor dem Eingriff werden die Bereiche, die abgesaugt werden sollen, am Körper des Patienten markiert. Nachdem der Chirurg kleine Hautschnitte gesetzt hat, schiebt er eine dünne Kanüle in das Gewebe, die die Fettzellen ablöst. Anschließend werden die Fettzellen mit einer Vakuumpumpe abgesaugt. Um die neue Körperform zu stützen, wird ein stabiler Verband sowie ein Mieder angelegt.
Brustvergrößerung
Bei Brustvergrößerungen spielen die Implantate die größte Rolle. Seit dem Jahr 2001 dürfen in der EU nur noch Implantate aus Silikon oder Kochsalz mit einem Qualitäts-Gütesiegel verwendet werden. Heutige Silikonimplantate verfügen über eine mehrwandige Hülle, die sehr strapazierfähig ist. Da das Silikon eine sehr feste Konsistenz hat, besteht auch bei einem Unfall nicht die Gefahr, dass das Material in das Körpergewebe einfließt. Sollte ein Kochsalz-Kissen platzen, besteht für die Patientin keine Gefahr, da die physiologische Flüssigkeit vom Körper aufgenommen wird und ungefährlich ist. Bei den meisten Operationen wird der Schnitt unterhalb der Brust in der Brustumschlagsfalte gesetzt und das Implantat wird über diese etwa vier Zentimeter lange Öffnung eingeführt.
Bei dieser Technik besteht keine Gefahr, dass die Milchdrüse verletzt wird, so dass die Patientin auch später noch Stillen kann. Über eine andere Technik, bei der der Schnitt in der Achselhöhle gesetzt wird, können nur sehr kleine Implantate eingesetzt werden.
Brustverkleinerung
Eine Brustverkleinerung kommt für Frauen in Betracht, die wegen des Gewichtes ihrer großen Brüste unter Rückenschmerzen leiden. Diese Operation wird oftmals von den Krankenkassen übernommen. Bei dieser Technik wird überschüssiges Gewebe entnommen und die Brust anschließend neu geformt. Bei einer Bruststraffung wird ein ähnliches Verfahren angewendet. Hierbei wird die überschüssige Haut entfernt, so dass die Brust wieder straffer ist. Wenn es nötig ist, können auch Implantate eingesetzt werden, um der Brust mehr Volumen zu verleihen.
Bruststraffungen sollten jedoch erst durchgeführt werden, wenn die Patientin mit der Familienplanung abgeschlossen hat, da durch eine weitere Schwangerschaft und Stillzeit die Brust wieder erschlaffen könnte und eine weitere Operation nötig werden könnte.
Risiken und Nebenwirkungen von Schönheitsoperationen
Wie bei allen operativen Eingriffen kann es selbstverständlich auch bei Schönheitsoperationen zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Bei einem Facelifting kann es nach der OP zu Schwellungen und Spannungsgefühlen im Gesicht kommen, die in der Regel nach einigen Tagen verschwinden. In seltenen Fällen treten allergische Reaktionen, Entzündungen oder Nachblutungen auf. Außerdem können beim Facelifting Gesichtsnerven beschädigt werden, die zu dauerhaften Störungen der Muskulatur führen können. Hinzu kommt, dass der Patient mit dem Ergebnis des Eingriffs unzufrieden sein kann. Auch der beste Chirurg kann nicht immer ein perfektes Ergebnis garantieren.
Beim Fettabsaugen kann es zu Taubheitsgefühlen, Schwellungen und Gewebeverhärtungen kommen, die meist nach einigen Wochen wieder zurückgehen. Das endgültige Ergebnis kann erst nach etwa acht Wochen endgültig eingeschätzt werden.
Zu schweren Komplikationen kommt es nur in sehr seltenen Fällen. Hier kommen Nachblutungen, Wundheilungsstörungen, Infektionen und Narbenbildungen in Betracht.
Bei übergewichtigen Patienten besteht, wie bei allen Operationen, ein erhöhtes Thrombose- und Embolie-Risiko.
Besonders bei einer Brustvergrößerung kann es zu längerfristigen Komplikationen kommen. Nachblutungen und Infektionen treten nur sehr selten auf. Wurden bei dem Eingriff Hautnerven durchtrennt, kann es zu Sensibilitätsstörungen und Taubheitsgefühlen kommen. Bei sehr schlanken Frauen kann das Implantat Falten werfen, wenn es in die Nähe des Brustmuskels platziert wurde.
Grundsätzlich sollte jeder, der eine Schönheitsoperation in Erwägung zieht, für sich selbst entscheiden, ob der Leidensdruck wirklich so groß ist, dass auch eventuelle Komplikationen in Kauf genommen werden müssen.
Wer sich dennoch sicher ist, die Operation durchführen zu lassen, sollte den Eingriff auf jeden Fall in einer Fachklinik in Deutschland machen lassen. Da hier die Sicherheitsstandards auf dem neuesten Stand sind, treten Komplikationen nur sehr selten auf. Wegen einer erhöhten Infektionsgefahr ist von Operationen in Osteuropa dringend abzuraten, auch wenn diese oftmals sehr viel günstiger sind.











