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Partnersuche für Alleinerziehende

Partnersuche für Alleinerziehende gestaltet sich nicht immer einfach. Natürlich gibt es auch die glücklichen zufälligen Zusammentreffen, Liebe auf den ersten Blick ohne wenn und aber, schon beinahe schicksalhafte Begegnungen, bei denen alles passt.

Der größere Teil der Alleinerziehenden auf Partnersuche hat es da aber nicht so leicht.

Nach einer Trennung der Partner, sei es durch Tod oder Scheidung bedarf es zunächst einer Phase der Selbstfindung und des Abschließens mit der vergangenen Beziehung. Nicht selten gibt es dabei auch Probleme mit den Kindern und der Organisation und Strukturierung des Umgangs beider Elternteile mit diesen.

In dieser Zeit, vor allem nach dem Tod eines Partners, entsteht oft eine enge Bindung zwischen dem alleinerziehenden Elternteil und dem Kind, bzw. den Kindern. Diese im Extremfall symbiotische Verbindung stellt ein Problem dar, wenn ein neuer Partner des alleinerziehenden Elternteils auch in das Leben der Kinder tritt.

Zunächst haben Alleinerziehende bereits Schwierigkeiten, überhaupt potentiellen Kandidaten für eine neue Partnerschaft zu begegnen. Sollte es sich nicht zufällig im Berufsleben einfach so ergeben, so muss für abendliche Ausgänge immer ein Babysitter zur Verfügung stehen, so dass diese Unternehmungen eher selten sind. In der Zeit des Internets, bietet sich da allerdings auch die Möglichkeit von Internetbekanntschaften verschiedener Art. Als nächstes muss ein potentiellen Partner erst einmal daraufhin abgecheckt werden, ob er bei ernsthaftem Interesse an einer Beziehung auch die Bereitschaft hat, nicht nur eine dauerhafte Partnerschaft einzugehen, sondern auch, die mit in die Beziehung gebrachten Kinder zu akzeptieren und sich einerseits als Elternteil zu sehen und andererseits den mitsorgeberechtigten geschiedenen Elternteil als Dritten im Bunde zu ertragen.

Zweite und nicht minder problematische Hürde ist die Haltung der Kinder zum neuen Lebenspartner. Sind sie überhaupt bereit, jemand Drittes in ihre enge Eltern-Kind-Beziehung eindringen zu lassen, oder befürchten sie, ihre Stellung in dieser Konstellation zu verlieren und zum fünften Rad am Wagen zu werden? Hier muss der neue Partner sehr vorsichtig und sehr langsam eingeführt werden und die Kinder dürfen nie die Sicherheit verlieren, der wichtigste Teil im Leben des mit ihnen lebenden Elternteils zu bleiben. Verlustängste als Erfahrung der bereits erlebten Trennung können hier eine große Schwierigkeit darstellen.

Auch darf der neue Partner nicht das Gefühl vermitteln, den zweiten biologischen Elternteil verdrängen und ersetzen zu wollen.

Erst wenn die Kinder sich hier sicher fühlen und der neue Partner genauso sicher weiß, dass nicht nur eine tiefe emotionale Basis innerhalb der neuen Liebesbeziehung , sondern auch eine genauso tiefe und tragfähige Basis für sein Zusammenleben mit den Kindern besteht, darf hier eine endgültige Entscheidung für die Partnerschaft fallen.

Weitere Probleme bei dieser Entscheidungsfindung sind der evtl notwendige Verzicht auf künftige eigene Kinder bzw. die Fähigkeit, keine Unterschiede zwischen mit in die Beziehung gebrachten und späteren eigenen Kindern zu machen.

All dies muss der alleinerziehende Elternteil auf Partnersuche oft erst einmal problematisieren um dann die wirkliche Entwicklung der Beziehung zwischen potentiellem Partner und Kindern erkennen können.

Gleichzeitig steht der alleinerziehende Elternteil oft zwischen den Fronten. Zwischen der Liebe zu den Kindern und zum potentiellen Partner, wenn beides nicht zusammen passt. Zwischen den eigenen Bedürfnissen nach Liebe und Nähe und den Pflichten als Elternteil. Er muss zugleich erkennen, wo sind Probleme unlösbar und wo bedarf es nur Zeit und geschickter Vorgehensweise. Wo haben die Kinder ein wirkliches Problem und wo sind nur Ängste, die auf Dauer ausgeräumt werden können, Auslöser der Schwierigkeiten.

Kommt im Extremfall noch der Versuch des zweiten Elternteils dazu, über die Kinder der neuen Beziehung Steine in den Weg zu legen, so können die bestehenden Probleme Alleinerziehender auf Partnersuche fast unüberwindbar werden.

Wenn aber die Eltern-Kind-Basis stimmt und der künftige Partner ernsthaftes Interesse an einer Beziehung mit allem, was in diesem Fall dazugehört, hat, so sind alle Schwierigkeiten kein endgültiges Hindernis auf dem Weg zur Partnerschaft.

Sich viel Zeit zu nehmen und die Probleme aller Beteiligten, auch der Kinder, gleichberechtigt und ernsthaft zu akzeptieren und zu analysieren, sind ein unverzichtbarer aber auch erfolgversprechender Weg hin zur neuen Familie.

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