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Die Geschichte der Sauna

Das Prinzip der Sauna ist schon seit der Antike bekannt, man vermutet jedoch, dass bereits die Menschen der Steinzeit Schwitzhütten errichtet haben. Diese dienten jedoch eher rituellen Reinigungen und weniger dem persönlichen Wohlbefinden, wie etwa die Bäder der Antike.

Bereits in vorrömischer Zeit wurden heißen Quellen und Dampfquellen als Schwitzbäder genutzt. Mit Verbreitung der römischen Kultur in Europa wurden in den eroberten gebieten auch Thermen eingeführt. Im römischen Bad schwitze man zuerst in einem Dampfbad, Caldarium genannt, bei etwa 50 Grad. Danach erfolgte die schrittweise Abkühlung, zunächst im Tepidarium und dann im Frigidarium. Das Prinzip des Caldariums ist bis heute als römische Sauna erhalten geblieben. Das Saunieren erfolgt wie im klassischen Vorbild in einem Dampfbad bei gemäßigten Temperaturen.

Aus der römischen Badekultur ist auch das türkische Bad, Hamam genannt, entstanden. Auch hier wird eine Folge von verschieden temperierten Bädern durchlaufen, allerdings in anderer Reihenfolge. Man beginnt in einem warmen Raum, wechselt dann in den Schwitzraum und kühlt sich abschließend in kaltem Wasser ab. Auch Kulturen auf anderen Kontinenten, wie etwa in Nord- und Südamerika, in Japan und Afrika, entwickelten im Laufe der Geschichte Dampfbäder.

Zur Zeit der Wikinger wurden in Skandinavien und Finnland die ersten Schwitzhütten errichtet, die dem heutigen Verständnis von Sauna schon recht nahe kommen. Dabei handelte es sich um Holzhütten, die mit einem Holzfeuer beheizt wurden. Zur Speicherung der Hitze dienten Steine, die im Feuer erhitzt wurden. Auch in modernen Saunas werden Steine auf dem Saunaofen erhitzt, wobei die meisten Öfen jedoch mittlerweile elektrisch betrieben werden. Das Saunieren in der finnischen Sauna erfolgt bei Temperaturen von 80 bis 100 Grad. Im vergleich zum Dampfbad ist die Luftfeuchtigkeit in der finnischen Sauna sehr gering, sie beträgt nur etwa 10 bis 30 Prozent. Gelegentlich wird sie durch Aufgüsse erhöht, wobei Wasser auf die Ofensteine gegossen wird. Das dafür verwendete Wasser wird gern mit ätherischen Ölen versetzt.

Nach wie vor werden Saunakabinen aus Holz gefertigt. Traditionell ist eine aus Fichte oder Tanne gebaute Massivholzsauna, preiswerter eine Konstruktion, die lediglich eine Wandverkleidung aus Holz aufweist. In Finnland ist das Saunieren so sehr Kulturgut, das auch die bescheidensten Heime über eine eigene Sauna verfügen. Einfamilienhäuser mit Garten oder sogar Sommerhütten verfügen in der Regel über eine Gartensauna.

Skandinavien ist nach wie vor führend, was Entwicklungen im Saunabereich angeht. Mit Einführung des elektrischen Saunaofens in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde auch breiten Kreisen der Stadtbevölkerung eine private Sauna ermöglicht. Zunächst wurden Gemeinschaftssaunas in den Kellerräumen von Mehrfamilienhäusern eingerichtet. In neuerer Zeit geht der Trend allerdings zur Heimsauna in einem separaten Raum der Wohnung. Die eigene Sauna in der Mietwohnung ist jedoch nach wie vor ein finnisches Phänomen. In Deutschland besuchen die meisten Saunagänger öffentliche Bäder mit Saunaanlagen oder private Saunaclubs. Viele der größeren Saunaanlagen in Deutschland bieten sowohl finnische Saunas wie auch die römische Dampfsauna an. Auch was Saunazubehör angeht, wie Saunatücher und hölzerne Eimer und Löffel für Aufgüsse, bietet der deutsche Markt alles, was das Herz des Saunafreundes begehrt. Produkte finnischer Hersteller gelten aber nach wie vor als „schick“.

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