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Moorbäder

Besonders einladend sieht ein Moorbad zugegebenermaßen natürlich nicht aus. Ein brauner, matschiger Brei füllt die Badewanne, in die man sich legen soll. Etwas abschreckend ist diese Tortour schon. Aber irren Sie sich nicht. Ein Moorbad ist eine sehr wohltuende und entspannende Angelegenheit!

Ein Moorbad ist ein Teil- oder Vollbad, das Badewasser wird mit Badetorf vermischt, das in Mooren abgebaut wird. Moor enthält eine Vielzahl von biologisch aktiven Pflanzenstoffen, die in einem heissen Moorbad ihre vollen Heilkräfte entfalten können.

Das Moor wird kleingemahlen und mit Wasser vermischt. Moorbäder werden häufig in Kur- und Rehakliniken angeboten, der Zusatz für das Badewasser wird auch für ein Bad für zu Hause angeboten. Der frisch zubereitete Badetorf hat jedoch eine bessere Heilwirkung. Schon Paracelsus, ein Arzt, der im vierzehnten Jahrhundert lebte, wusste um seine Heilkräfte. Bei den alten Ägyptern kamen Nilschlammpackungen bereits vor 4000 Jahren zum Einsatz. Da das Badetorf ein sehr guter Wärmespeicher ist, gibt er seine Wärme langsamer an den Körper ab, als das normale Badewasser. Darum sind die wässerigen Moorbäder, die man zu Hause anwenden kann, nicht so wirksam wie die zähflüssigen Moorbäder. Ein dickbreiiges, zähes Moorbad gibt seine Wärme wesentlich langsamer ab. Deshalb sind sogenannte Überwärmungsbäder mit Temperaturen bis zu 46°Celsius möglich.

Ein 30 minütiges Moorbad hat zur Folge, dass die Körpertemperatur um zwei Grad Celsius steigt. Dieses künstlich erzeugte Fieber regt das Immunsystem an, Abwehrkräfte werden gestärkt. In dem schlammigen Brei wird die Schwerkraft aufgehoben, dadurch kann sich die Muskulatur optimal entspannen. In dem Badetorf ist die entzündungshemmende Substanz Huminsäure enthalten. Ein Moorbad regt den Stoffwechsel an, wirkt entkrampfend, entspannend, schmerzlindernd und beruhigend. Die verbesserte Durchblutung wirkt sich positiv auf das Hormon- und Nervensystem aus. Der Säureschutzmantel der Haut wird regeneriert.

Anstelle eines Moorbades kann man auch eine Moorpackung anwenden. Hierbei wird eine Packung aus heißem Moor auf ein betroffenes Gelenk gelegt. Die Wärme des Moores wird ganz langsam abgegeben. Körperteile, die schlecht durchblutet werden, können so wesentlich stärker erwärmt werden. Besser noch, als bei einem Moorbad.

Die Wärme dringt bis zum Innern des Gelenkes vor. Dieser Zustand ist besonders angenehm für Menschen mit chronischen Gelenkbeschwerden wie zum Beispiel Rheuma, Osteoporose oder Arthrose.

Besonders in den letzten Jahren wird darüber diskutiert, dass Moorbäder eine gute Wirksamkeit bei Unfruchtbarkeit haben sollen. Die medizinische Forschung ist hier aber noch lange nicht abgeschlossen. In Deutschland und den benachbarten europäischen Ländern gibt es viele Kurbäder, die sich auf Moorbäder spezialisieren.

Nicht zu empfehlen sind Moorbäder bei Bluthochdruck, Krebs, Krampfadern, Schwangerschaft und Herzkrankheit.

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