Die Banja

Entstehung
Entstanden ist sie ungefähr vor 700 Jahren als Entwicklung finnischer und russischer Jäger. Während die Finnen die Banja etwas veränderten und mit Ihrer Besiedlung Skandinaviens die Sauna in ganz Europa verbreiteten, erhielt sich die ursprüngliche Banja nur in Russland. Dient die Banja heute meist der Entspannung, so war sie noch vor 30 Jahren tatsächlich zur Reinigung des Körpers vorgesehen.
Ganz ursprünglich hatte die Banja noch eine spirituelle Variante. Mit den Zweigebündeln wurden früher vom Schamanen die guten Naturgeister eingeklopft. Wobei das Zweigebündel das Bindeglied zwischen Naturgeistern und Mensch darstellte. Die Eiche ist in Russland noch heute ein Symbol für Stärke und Macht.
Die Banja ist aber nicht nur ein Dampfbad, sondern auch eine gesellschaftliche Einrichtung. Hier werden bei Wodka und gutem Essen auch Geschäfte getätigt oder einfach nur bestehende Kontakte gepflegt.
Wie läuft ein Gang in die Banja ab?
Die klassische Banja ist meist aus Kiefernholz gebaut. Sie wird mit einem in der Banja aufgestellten Holzofen beheizt. In der Mitte der russischen Sauna steht ein Kupferkessel mit Wasser, in dem die gebündelten Birken- oder Eichenzweige, die Weniki, inklusive der Blätter eingeweicht sind. Das Einweichen ist eine Wissenschaft für sich. In Russland wurden viele Bücher über dieses Thema geschrieben.
Über die ideale Temperatur in der Banja streiten sich die Geister. Im Durchschnitt kann man sich mit den Benutzern jedoch auf 80° Celsius und auf 30 % Luftfeuchtigkeit einigen.
Der erste Gang in die russische Sauna dauert etwa fünfzehn Minuten. Wobei man nach ungefähr fünf bis acht Minuten anfängt zu schwitzen. In der Banja zieht (nicht schlägt) man sich gegenseitig die Rutenbündel über den Körper und die Fußsohlen.
Am Besten lässt man dies jedoch vom Banjameister durchführen, der kann auf diese Weise sogar gezielt schmerzende Rückenpartien behandeln. Nach Ablauf der Zeit verlässt man das Dampfbad und kühlt sich entweder in einem Tauchbecken oder unter einer Dusche mit eiskaltem Wasser ab. Ursprünglich sprang man in einen See oder Fluss, von dem man vorher noch die Eisschicht entfernt hatte, oder rieb sich mit Schnee ein, an dem in den Weiten Russlands kein Mangel herrschte.
Vor dem Verlassen des Badehauses wird das Wasser, in dem die Zweige eingeweicht waren, mit Hilfe der Weniki auf die heißen Steine des Ofens geträufelt.
Der aufsteigende Dampf wird mit dem Weniki gleichmässig in der Banja verteilt. Es ist zu empfehlen, die Banja jetzt schnell zu verlassen, denn die einsetzende Hitze ist im wahrsten Wortsinne atemberaubend. Jetzt beginnt eine Ruhephase von bis zu 30 Minuten. Man sitzt oder liegt entspannt. Redet, trinkt Tee oder Wasser und auch das eine oder andere russische „Wässerchen“, wie Wodka übersetzt heisst.
Im Anschluss daran erfolgt der zweite Saunagang. Hierbei beginnt man viel schneller zu schwitzen. Nach nochmaligem Bearbeiten des Körpers mit den Zweigbüscheln kühlt man sich wieder ab und ruht aus.
Jetzt ist es an der Zeit den Banjabesuch in gemütlicher Runde ausklingen zu lassen.











