Frühling - Jagdsaison für Singles

Sonniges Wetter, Vogelgezwitscher, luftige Kleidung, blühende Pflanzen und warme Temperaturen wecken in vielen vermehrt auch das gesteigerte Interesse am anderen Geschlecht. Sind es wirklich die Hormone oder etwa die allgemein bessere Laune bei schönerem Wetter? Bilden wir uns diese zunehmende Lust auf Zweisamkeit im Frühjahr nur ein?
Tageslicht tilgt Schlafhormone
Das für den Tag-Nacht-Rhythmus des menschlichen Körpers verantwortliche Schlafhormon Melatonin, das von der Zirbeldrüse bei Dunkelheit produziert und bei Tageslicht gestoppt wird, hat in der düsteren Winterzeit Hochsaison. Melatonin wirkt schlaffördernd, anhaltende Müdigkeit und bei manchen Menschen auch Winterdepressionen sind daher oft keine Seltenheit. Im Frühjahr jedoch werden die Tage länger, Spaziergänge an der frischen Luft werden häufiger, der Melatoninspiegel sinkt dadurch und macht anderen, (Lebens-)lust fördernden Hormonen und Botenstoffen Platz. Ein erhöhter Serotonin-Spiegel löst in etwa ein herrliches Glücksgefühl aus und der Botenstoff Dopamin verstärkt angeblich das Verliebtsein. Der Geist wird mit dem Nachlassen der Melatonin-Produktion also wacher, daher wohl aufmerksamer seiner Umwelt gegenüber und die sexuelle Erregbarkeit steigt.
Expertenmeinungen gehen auseinander
Wie in der Wissenschaft üblich, sind sich nicht alle Endokrinologen über die Existenz von Frühlingsgefühlen einig. Hormonell gesehen – so ließ vor einiger Zeit der Freiburger Professor Martin Reincke aufhorchen – gäbe es die berühmten Frühlingsgefühle gar nicht mehr. Der Grund sei, dass hinsichtlich der Temperaturen für den menschlichen Körper oft keine großen Unterschiede zum Sommer herrschen. Fernreisen in tropische Länder im Winter, künstliches Licht, das die Nacht für den Körper zum Tag macht und die Einnahme der Anti-Baby-Pille bringen den Hormonhaushalt scheinbar derart durcheinander, dass solche natürlichen Reaktionen wie Frühlingsgefühle nicht mehr auftreten können.
Wie sich dann aber wohl die weiterhin bestehende Existenz von Winterdepressionen erklären lässt?
Einsame Herzen auf Kennenlern-Tour
Singles, die trotz dieser unromantisch anmutenden Expertenmeinungen den Wunsch nach trauter Zweisamkeit hegen, tun gut daran, sich bei steigenden Temperaturen und sonnigem Wetter nicht zuhause verstecken. Ausgedehnte Spaziergänge in gut besuchten Parkanlagen und gemütliche Nachmittage in lauschigen Gastgärten der Restaurants und Cafés können durchaus Möglichkeiten zum Flirten und Kennenlernen bieten. Wem allerdings das aufreibende Gassi gehen mit Nachbars ungezogener Hündin im Stadtpark zwecks angeblich leichteren Kennenlernens zu aufwändig ist, kann sich auch in den zahlreichen Internet-Singlebörsen nach einem passenden Partner umsehen. Hier findet man rasch Gleichgesinnte und kann nach mehr oder weniger ausführlichem Beschnuppern ein Date vereinbaren. Ein Austausch über Gott und die Welt im Zuge einer gemeinsamen Wanderung – einsames Herz, was willst Du mehr?
Sonne und Wärme verursachen gute Laune
Ob es die Frühlingsgefühle nun aus wissenschaftlicher Sicht gibt oder nicht: Die sonnigen und warmen Tage, das frische Blattgrün der Bäume, die saftigen Wiesen und bunten Blüten heben – Hormone hin oder her – ganz einfach unsere Laune. Ganz klar, dass diese Fröhlichkeit sich auf unser Seelenleben und unsere Lust, diese Freude in Zukunft mit einem lieben Menschen zu teilen, überträgt.












