Emanzipation – Ewiger Kampf der Frauen

Wenn man sich aber ansieht, unter welchen Bedingungen die Frauen des 18. Jahrhunderts mit ihrem Kampf beginnen mussten, so hat sich seither viel getan. Keine Frage, es ist noch zuwenig, aber den Pionierinnen darf Respekt und Anerkennung gezollt werden.
Ein Plädoyer für die Rechte der Frau
Der erste laute Ruf nach Gleichstellung und Gerechtigkeit kam aus England. Die irischstämmige Schriftstellerin Mary Wollstonecraft (1759-1797) forderte in ihrem Werk “Ein Plädoyer für die Rechte der Frau” öffentlich Gleichberechtigung und war somit eine Vorreiterin für den Kampf der Frauen gegen die vorherrschende Männerwelt. Im Zuge der Französischen Revolution (1789-1799) forderten mutige weibliche Zeitgenossen, die Schlagworte „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ mögen auch auf sie gelten. Diese Frauenzusammenkünfte sind allerdings gleich darauf verboten worden. So weit ging es den Franzosen damals dann doch nicht mit der Gleichheit …
In Deutschland entstanden die Frauenbewegungen erst Mitte des 19. Jahrhunderts und zwar im Zuge der Industrialisierung. Weibliche Arbeitskräfte wurden plötzlich in den Fabriken benötigt. Dies bedeutete finanzielle Unabhängigkeit der Frauen von den Männern, doch leider keine anderweitigen Verbesserungen ihres Daseins. Sie erkannten nach einer Weile ihre Ausbeutung für geringen Lohn und zu vielen Arbeitsstunden und verlangten verständlicherweise soziale Gleichheit. Zudem langweilten sich die Frauen der besser gestellten Schicht, da die Fabriken viele Produkte, die sie bisher zuhause angefertigt hatten, nun zu weitaus günstigeren Preisen herstellen konnten. Sie begannen, sich für Bildung und Berufseinstiege zu interessieren. Die deutsche Schriftstellerin Louise Otto-Peters (1819-1895) stellte daher die Forderung nach Bildungsmöglichkeiten und Recht auf Arbeit. Sie und unzählige in der Folge entstandene Frauenbewegungen kämpften für die soziale, rechtliche und menschliche Gleichberechtigung. Die Durchsetzung des Rechts auf aktives und passives Wahlrecht der Frauen hat Louise Otto-Peters allerdings nicht mehr erlebt: Sie kam erst 1918.
Seit 1918 hat sich in der Emanzipation der Frau einiges getan. Während man die Frauen während des Nationalsozialismus wieder zurück in die Rolle der Hausfrau und Mutter gedrängt hatte, konnte in Deutschland ab 1949 wieder eine Regeneration durch die Verankerung des Gleichberechtigungsparagraphen ins Grundgesetz erreicht werden.
Doch der Kampf geht weiter: Noch mehr als ein halbes Jahrhundert später verdienen Frauen bei gleicher Arbeit immer noch weniger als Männer und es fehlt an genügender Entlastung im Haushalt und bei der Kindererziehung.











